Der Baader Meinhof Komplex
Constantin Film (2008)
Krimi, Action, Biographie, Ausländische
In Sammlung
#676
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GesehenNein
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IMDB   7.4
150 Min. Deutschland / Deutsch
Blu-ray Disc  Region 2, Region B   12
Johanna Wokalek Gudrun Ensslin
Sebastian Blomberg Rudi Dutschke
Stipe Erceg Holger Meins
Moritz Bleibtreu Andreas Baader
Nadja Uhl Brigitte Mohnhaupt
Martina Gedeck Ulrike Meinhof
Niels-Bruno Schmidt Jan Carl Raspe
Alexandra Maria Lara Petra Schelm
Jan Josef Liefers Peter Homann
Tom Schilling Josef Bachmann
Vinzenz Kiefer Peter-Jürgen Boock
Hannah Herzsprung Susanne Albrecht
Simon Licht Horst Mahler
Daniel Lommatzsch Christian Klar
Eckhard Dilssner Horst Bubeck
Regisseur
Uli Edel
Produzent Bernd Eichinger
Autor Bernd Eichinger
Stefan Aust
Kamera/Fotographie Rainer Klausmann
Komponist Peter Hinderthür
Florian Tessloff


Der größte Teil der Handlung dreht sich um die Entstehung und die Aktionen der RAF im Zeitraum 1967 bis 1977 (siehe Zeittafel Rote Armee Fraktion). Beim Staatsbesuch des Schah Mohammad Reza Pahlavi in West-Berlin kommt es zur gewaltsamen Auflösung einer Demonstration, bei der Kriminalobermeister Karl-Heinz Kurras den Studenten Benno Ohnesorg vor der Deutschen Oper erschießt. Studentenführer Rudi Dutschke, Redner am Vietnam-Kongress im Audimax der TU Berlin, wird auf offener Straße von einem jungen Hilfsarbeiter angeschossen und schwer verletzt. Als Reaktion folgt ein Protest gegen den Axel-Springer-Verlag, an dem auch Ulrike Meinhof teilnimmt. Nach der Brandstiftung in zwei Frankfurter Kaufhäusern als Protest gegen den Vietnamkrieg werden die Täter am nächsten Tag festgenommen. Meinhof schreibt als Journalistin über den Prozess und lernt dabei die angeklagten Studenten Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Thorwald Proll kennen.

Die Angeklagten werden zu drei Jahren Haft verurteilt, aber schon im Juni 1969 wieder entlassen, bis das Gericht über die Revision ihrer Urteile entscheidet. Als im November 1969 ihre Revision abgelehnt wird, tauchen Andreas Baader und Gudrun Ensslin in den Untergrund ab, unter anderem in Rom. Nach Berlin zurückgekehrt, wohnen sie zeitweise bei Meinhof. Während einer Fahrzeugkontrolle wird Baader festgenommen und inhaftiert, aber einen Monat später gelingt Meinhof und Ensslin die so genannte „Baader-Befreiung“ in Berlin. Damit wechselt Meinhof in die Illegalität und lässt ihre zwei Töchter zurück. Im Sommer 1970 erfolgt eine militärische Ausbildung der Gruppe in einem Camp der Fatah. Noch im selben Jahr verüben sie in Berlin fast gleichzeitig drei Banküberfälle, bei denen sie insgesamt über 200.000 DM erbeuten. Es kommt zu Verhaftungen, unter anderem von Horst Mahler und Astrid Proll. Als erste Tote auf RAF-Seite wird Petra Schelm in einem Hinterhof von der Polizei erschossen. Es erfolgen mehrere Bombenanschläge, unter anderem auf das V. US-Korps in Frankfurt am Main, auf die Polizeidirektion Augsburg und auf das Verlagshaus der Axel Springer AG. BKA-Präsident Horst Herold wendet zur Ergreifung der Terroristen eine Rasterfahndung an. Schließlich – im Sommer 1972 – werden die wichtigsten Leitpersonen, darunter Baader, Ensslin, Meinhof und Holger Meins gefasst und in den Hochsicherheitstrakt von Stuttgart-Stammheim eingeliefert.

Nachdem Meins in einem kollektiven Hungerstreik der RAF-Gefangenen verstirbt, erschießen Terroristen den Berliner Kammergerichtspräsidenten von Drenkmann. Zwecks Freipressung sämtlicher Gesinnungsgenossen besetzt das „Kommando Holger Meins“ die deutsche Botschaft in Stockholm und nimmt zwölf Geiseln in der so genannten „Geiselnahme von Stockholm“. Während dieser Aktion werden Oberstleutnant Andreas von Mirbach und Wirtschaftsattaché Heinz Hillegaart getötet. Bei einer Befreiungsaktion kommt es zu einer Explosion, alle sechs Kommandomitglieder werden verletzt. Während des Prozesses versuchen die Häftlinge, den Ablauf zu boykottieren, indem sie sich fortwährend als verhandlungsunfähig darstellen, den Richter beleidigen und damit den Prozess stören. Meinhof überwirft sich mit ihren Mithäftlingen und tötet sich im Mai 1976. Nach Verbüßung ihrer Haftstrafe wird Brigitte Mohnhaupt zum führenden Kopf der Gruppe, die weitere Attentate folgen lässt. Die RAF ermordet Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seine Begleiter in Karlsruhe. Mohnhaupt und Christian Klar erschießen bei einem Entführungsversuch Jürgen Ponto, den Vorstandssprecher der Dresdner Bank AG, in seinem Haus in Oberursel. Nachdem die Stammheimer Häftlinge erfahren haben, dass die Entführung des Flugzeugs Landshut durch die PFLP zu ihrer Freipressung fehlgeschlagen ist, nehmen sie sich in der Todesnacht von Stammheim das Leben. Daraufhin erschießen die letzten Anhänger der Gruppe in einem Waldstück den entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer (siehe Deutscher Herbst).

Der Film folgt weitgehend dem gleichnamigen Sachbuchbestseller von Stefan Aust. Eichinger und Edel erhoben den Anspruch größtmöglicher Authentizität.[2] Sie betonten, mit welcher Akribie sie die Bilder nachgestellt hätten. Man brachte an Fahrzeugen übereinstimmende Kfz-Zeichen an und zählte die Schüsse gemäß der Polizeiberichte präzise ab. Das Regal in Meinhofs Zelle wurde mit jeder LP und jedem Buch in genau derselben Reihenfolge aufgebaut, und bei Nacktauftritten sorgten Schamhaar-Perücken für Übereinstimmung mit damaligen Gepflogenheiten.[3] Wo immer Gespräche wörtlich überliefert sind, übernahm sie Eichinger; viele andere Dialoge entstammen schriftlichen Äußerungen, etwa bei der Herold-Figur. Die Auseinandersetzungen der Inhaftierten wurden aus Kassibern rekonstruiert.[4] Echt sind auch die Sätze von Pastor Ensslin im Interview, das aber nicht – wie im Film dargestellt – Stefan Aust führte.[5]

Eichinger erklärte, dass man sich der historischen Wirklichkeit lediglich annähern könne. Manchmal erlaubte er sich, von den historischen Fakten im Sinne einer dramaturgischen Verdichtung abzuweichen, sofern dies die Geschichte nicht verzerrte.[6] Beispielhaft ist die Spielfilmszene, in der Baader seine Freundin mit Peter-Jürgen Boock in der Badewanne antrifft. Tatsächlich war Boock mit Ensslin in der Badewanne. Tatsächlich hat Baader dem jungen Boock einmal eine Lederjacke geschenkt. Doch Eichinger fasste zwei voneinander getrennte Ereignisse zu einem zusammen.[7][2] Die Verhaftung Baaders wird zeitlich stark gerafft wiedergegeben.[5] Eine erfundene Figur ist Herolds Assistent Koch, die dazu dient, dass Herold seine Gedanken einer anderen Person und damit dem Publikum mitteilen kann.[6] Des Weiteren werden beim Stammheim-Prozess zwar einige Anwälte gezeigt, die aber weder in Sprechrollen auftreten noch namentlich genannt werden. Die seinerzeit beim Prozess involvierten Anwälte und späteren Politiker Hans-Christian Ströbele und Otto Schily treten im Film nicht in Erscheinung.

Quelle: WikiPedia DE

Details der Edition
Edition Verleihversion
Vertrieb Paramount Home Entertainment
Edition erschienen 12.03.2009
Verpackung Keep Case
Bildformat Widescreen (1.85:1)
Untertitelsprachen Deutsch (für Hörgeschädigte)
Tonspuren DTS [Deutsch]
Layer Einseitig, single layer
Anzahl Disks/Bänder 1
Persönliche Details
Kaufdatum 25.11.2017
Standort Riken
Eigentümer Familie Combertaldi
Geschäft ex libris
Links Der Baader Meinhof Komplex at Core for Movies
IMDB
TheMovieDb.org

Bonusmaterial
Das Making-of: Die Entstehung des Films, Audiokommentar, Über Uli Edel, Über Authentizität, Die Musik, Die Schauspieler und ihre Rollen (ca. 37 Minuten), Stefan Aust über die RAF und ihre Zeit, Bernd Eichinger über die Annäherung an den Film und die 60er und 70er Jahre, Bernd Eichinger über die Dramaturgie des FIlms, Hörfilmfassung in Stereo